Heute war ich unterwegs und habe mir eine HomeKit Alarmanlage von Eimsig angeschaut. In einem echten Haus mit den Erfahrungen des echten Besitzers.

Heute machen wir mal was Anderes. Das siehst du zum Beispiel daran, dass ich im Auto sitze. Heute schauen wir uns mal ein Haus mit einer HomeKit-Alarmanlage an. Und ich meine nicht eine rot blinkende Lampe wenn ein Bewegungsmelder betätigt wird.

Das Haus ist ein etwas anderes Kaliber als unseres. 210qm, 13 Räume, 2 Garagen, beim Bau wurden Heizung und Lichtsteuerung über KNX verbaut, das ist inzwischen alles in HomeKit.

Heute schauen wir uns aber im speziellen die Alarmanlage an. 33 Fenstersensoren mit Glasbrucherkennung, 3 weitere ohne Glasbrucherkennung, Sirene, Garagensteuerung, Zwei Sicherheitskreise. Und alles in Homekit steuerbar.

Ich finde das alles super spannend und du ja vielleicht auch, darum fahren wir da jetzt hin. Der Besitzer möchte allerdings nicht, dass sein Haus erkennbar im Internet zu sehen mit einer detailierten Beschreibung der Alarmanlage. Darum gibt es keine Außenaufnahmen und ich muss hin und wieder Bildschirminhalte verpixeln. Jetzt aber erstmal viel Spaß.

So, jetzt sind wir in dem besagten Haus und ich lass mich erstmal rumführen und dann schauen wir uns gleich die Details an.

Also die Alarmanlage ist von der Firma Eimsig und ist inzwischen HomeKit-Fähig. Das Ganze funktioniert über eine Zentrale, die dann via EnOcean mit den Sensoren kommuniziert. Ein Funkstandard, der extra für extram niedrigen stromverbrauch der Sensoren entwickelt wurde. Dazu gibt es ein Touch-Display, mit dem sich die ALarmanlage direkt steuern lässt und es gibt auch eine App, über die wir lieber möglichst wenig sprechen.

Die sieht so aus.

Und die Sensoren und Alarmanlage lassen sich jetzt eben auch alle in Homekit nutzen.

Die Fenstersensoren gibt es in mehreren Ausführungen. Hier sind in allen Fenster die großen verbaut. Und Groß bedeutet nicht, dass die klobig sind, sondern mehr funktionen bieten. Nämlich auch glasbruch-erkennung.

Ich würde sagen, die schauen wir uns mal an.

Auch hier lässt sich einstellen, dass die erst beim zweiten Schlag auslöst oder beim dritten. Damit kannst du sicherstellen, dass nicht die Alarmanlage losgeht, wenn Kinder im Garten mit dem Ball spielen oder ein Vogel dagegen fliegt

Das besondere an den Sensoren ist auch, dass sie komplett unsichtbar verbaut sind. Nämlich innen im Rahmen. Im Gegensatz zu sonstigen Fenstersensoren, die du nachrüstest, sind sie also weitgehend unsichtbar und fallen auch bei holzfensterrahmen zum beispiel nicht auf.

Außerdem haben die Sensoren hier diesen… Pinöpel? Das ist glaube ich der Fachbegriff. Darüber kann der Sensor auch die Kippstellung des Fensters erkennen und anzeigen. Also zumindest theoretishc bzw. in der eigenen App über die wir nicht sprechen. HomeKit hat keine Ahnung, dass man fenster kippen kann. Wurde von Amerikanern gebaut, die kennen die Idee nicht.

Bei der Konfiguration wird dann eingestellt, wo kipp ist und wo offen. Aber die zeige ich euch gleich.

Diese Erkennung hat den großen Vorteil im Gegensatz zu einem Fenstersensor, der erkennt, wenn das fenster geöffnet wird, dass du schon automationen drauflegen kannst, die starten, bevor der einbruch passiert und dass er auch einbrüche erkennt, bei denen zum beispiel das fenster eingeschlagen wird. Ein normaler Fensterkontakt bleibt dann geschlossen.

Der ist dabei sensibel genug, um eine Fensterkombination zu schützen, also zum beispiel ein größeres Fensterelement zum garten oder zur terrasse. allerdings bietet sich an für jede öffnenbare seite einen sensor zu haben. da müsste aber zum beispiel bei so einem fenster hier nicht auf beiden seiten die glasbruchfunktion drin sein.

DIe installation ist wohl auch einfach. man schraubt die mit zwei schrauben in den fensterrahmen und konfiguriert die in der steuersoftware. Hier bietet sich an, die erstmal nur einzukleben, bis du sie konfiguriert hast und sicher bist, dass alles richtig sitzt. dann zwei schrauben rein. fertig. Das ist also wohl auch einfach selbst zu machen.

Die Konfiguration funktioniert aktuell nur über Windows und du brauchst einen EnOcean-Stick. Kommt wohl alles mit dem Starterset. Also bis auf windows. Für ein HomeKit-System leider eine etwas komische anforderung, aber es ist eben nicht als HomeKit-System geboren. Ansonsten ist das relativ simpel, mann sieht die messwerte der sensoren, stellt die die schwellwerte zum beispiel für die kipp-erkennung ein und schreibt das auf den sensor. dann koppelt man das ganze mit der eigenen Anlage und fertig.

Im System gibt es noch passende Rollladensteuerungen, Dimmer, Steckdosen, CO-Melder, Wassermelder und was du sonst noch so gebrauchen kannst. Damit lassen sich also zum Beispiel auch Rollläden in HomeKit einbinden, allerdings ergibt das nur sinn, wenn du auch die Alarmanlage nutzen willst, denn sonst ist die Zentrale einfach zu teuer.

Und auch alles, was eine klassische Alarmanlage ausmacht wie eine Sirene, Keyfobs und so weiter bekommst du auf wunsch. wobei mindestens der keyfob quatsch ist, wenn alle ein telefon haben. Ebenfalls anbindungen an Wachdienste und SMS-Benachrichtigungen. Allerdings ist ja der spannendere Teil die ganze HomeKit-Funktion

Und natürlich ist es der Traum eines jeden Automatiseurs, alle Fenster, alle rollläden, alle garagentore, jedes leuchtmittel und alles in HomeKit ansprechen zu können.

In diesem Haus sind die Rollläden zwar über KNX und einen HomeKit-Gateway gelöst, aber das ergebnis zählt.

Allerdings gibt es zwei bis fünf knackpunkte bei einem so großen HomeKit-Setup und bei HomeKit-ALarmanlagen im speziellen:

  1. Das erstellen von Automationen und das allgemeine Interface wird schnell unübersichtlich.

Gerade wenn man mehrere Fenster in einem Raum hat und mehrere Heizkörper und jedes Fenster einzeln jeden Heizkörper am heizen hindern soll, aber das heizen erst wieder begonnen werden soll, wenn beide Fenster geschlossen sind: das wird schnell unübersichtlich und wenn dann noch unterschiedliche heiztemperaturen zu unterschiedlichen Zeiten anvisiert werden, wird es wirklich schnell unübersichtlich. Da würde ich mir wünschen, eine App zu haben, die das verwalten solcher HomeKit-Automationen vereinfacht. Wenn du interesse hast, die App zu bauen, melde dich gern.

  1. wie schon gesagt: die alarmanlage kann mehr als homekit. Das betrifft einmal die Fenster, die die Kipp-Erkennung nicht haben, aber auch die alarmanlage, die bei apple nur an, aus, abwesend oder im schlaf sein kann.

Aber bei zwei Sicherheitskreisen muss man etwas kreativ werden, diese auf Apples System zu mappen.

  1. Apple möchte, dass du so wichtige dinge, wie eine alarmanlage scharf zu schalten noch einmal bestätigst. wenn du also eine automation baust, die die anlage scharf schaltet, wenn der letzte das haus verlässt, dann bekommst du beim verlassen noch mal eine nachricht, die du bestätigen musst. wenn du in dem moment aber nicht aufs handy schaust, weil du vielleicht schon im straßenverkehr bist, oder das handy in der handtasche ist, dann wird die alarmanlage nicht scharfgeschaltet

Dabei ist das ein riesiger Pluspunkt einer alarmanlage, die mit dem smartphone funktioniert, dass das aktivieren und deaktivieren problemloser laufen könnte.

Das ist offenbar ein großes Problem bei ALarmanlagen-Nutzern, dass die Anlagen zum Einbruchszeitpunkt einfach nicht scharf sind.

Es gibt einen Trick das Ganze in HomeKit zu umgehen, der kommt inzwischen auch in diesem Haus zum Einsatz, lässt sich aber im Prinzip in jedem HomeKit-System nutzen, der auf einer Steckdose basiert. Das würde hier den Rahmen sprengen, aber wenn du dazu ein separates Video sehen willst, wie du dir ganz einfach eine automatische Alarmanlage selbst bauen kannst aber auch deine 5000€-Alarmanlage damit automatisch schalten kannst, wenn du das Haus verlässt oder nach hause kommst, sag mir bescheid, dann mache ich da ein separates Video zu.

Auf der positiven Seite ermöglicht das auch Tonnenweise weitere Automationen im Zusammenspiel mit HomeKit.

Hier in diesem Haus sind es eben Rollläden und Gartenbewässerung über KNX, Sonos-Lautsprecher, die über Airplay da mit drin sitzen, aber auch Netatmo Presence Außenkameras.

Und so lässt sich Hundegebell über die Boxen schon abspielen, wenn sich jemand an den fenstern zu schaffen macht, oder wenn die kameras eine person erkennen, während die Alarmanlage scharf ist.

Auch die Gartenbewässerung oder Rollläden lassen sich einbeziehen um ungebetene Gäste zu überraschen. Das ist im zweifel das beste ergebnis. Wenn sie überrascht werden. Das wird eine langweilige Sirene in den wenigsten fällen schaffen.

Aber auch Komfortfunktionen, wie: Rollläden hochfahren, wenn ein Fenster geöffnet wird. Oder eben im Blick haben, welche Fenster noch offen sind, bevor man losfahren will.

Dafür kann auch das Zentrale Display hilfreich sein, weil sich im Zweifel die Anlage nicht scharf schalten lässt, bevor alle gesicherten Fenster zu sind.

Dir fallen sicher noch 100 andere Automatisierungen ein, die damit möglich werden. Schreib sie mir gern in die Kommentare.

Kommen wir zum Fazit und ich fand es auf jeden Fall spannend, mal eine solche (echte) Alarmanlage aus der Nähe zu sehen. Bisher habe ich ja nur eher mit so einfachen Spielzeug-Nachrüst-Kits erfahrungen gesammelt.

Die haben sicher durchaus ihre Daseinsberechtigung, aber eine echte Alarmanlage hat noch ein paar mehr Tricks im Ärmel.

Erstmal finde ich es ziemlich fantastisch darüber das ganze Haus in HomeKit zu haben und das system jederzeit erweitern zu können, um wachdienste etc.

Dann ist tatsächlich eine Erkenntnis, dass eine Alarmanlage nicht erst anschlagen sollte, wenn das kind im Brunnen ist. Sondern vorher schon etwas tun kann, bevor der einbruchsversuch passiert. Das gibt dir oder deinem haus im zweifel mehr zeit zu reagieren und das ganze noch abzuwenden.

Ver allem lassen sich dadurch Automationen starten, die die Einbrecher vielleicht überraschen und abschrecken. Eher als eine Sirene. Die kennt jeder, der das etwas professioneller angeht, und hat dann eben etwas Krach beim Ausräumen der Bude. Aber wenn Rolläden runterfahren oder in verschiedenen Bereichen des Hauses Licht angeht, was dann etwas echter aussieht als ein einfacher Bewegungsmelder, dann reichen ja wahrscheinlich Zweifel um jemanden abzuschrecken.

Weitere Punkte einer echten Alarmanlage: das Eimsig-System lässt sich dann zum Beispiel mit einem Akku betreiben, so dass sie weiter funktioniert, wenn es jemand geschafft hat, den strom lahm zu legen.

Außerdem ist sie als vollwertige Alarmanlage von der KfW förderfähig. Du bekommst unter umständen und wenn du dich an die bedingungen der KfW hälst, also einen Teil der Investition zurück.

Was kostet der Spaß? Ich habe es ja schon irgendwo im Video gesagt, dass die Anlage, die ich besichtigt habe vor der Förderung etwas über 5000€ gekostet hat. du bekommst ein Starterkit für ein Haus mit weniger als 13 Zimmern aber schon deutlich günstiger. Für ein Starterset mit 5 Glasbruchsensoren, die zumindest für die Absicherung des Erdgeschosses der meisten Häuser reichen sollte, bekommst du zum Beispiel für 3000€. Aber es ist eben eine Profi-Lösung.

Außerdem hat der Hausbesitzer wohl einen ganz guten Draht zu Eimsig und wenn du planst eine solche Anlage zu installieren, schreib mir gern eine Mail an alarm@spielundzeug.com und dann kann ich vielleicht was vermitteln, dass ein paar Prozente Rabatt für dich und eine kleine Provision für mich bringt. Aber bitte nur bei ganzen anlagen und nicht für einen einzelnen Sensor.

Negativ würde ich bei der ganzen Anlage die Benutzeroberfläche des Bedienpanels und auch der App bewerten. Das ist nicht Stand der Technik im Jahr 2020. Also vielleicht unter Alarmanlagenherstellern, da habe ich noch einige andere Dinge gesehen, die nicht besser waren. Aber vieles ist nicht intuitiv und schon gar nicht schön. Wenn du in der täglichen Nutzung aber auf eine HomeKit-App zurückgreifst, wirst du davon im Zweifel im Alltag auch nicht viel mitbekommen. Es gibt dann eben nur diese Ebene, wo du zwar einen genaueren Status des Fensters bekommst, dafür aber mit deinem Augenlicht bezahlst.