Sonos Arc Unboxing und Test auf Deutsch

Ich habe in den letzten Tagen die die Sonos Arc Soundbar auf Herz und Nieren getestet und mit meiner Sonos Beam verglichen. Heute erkläre ich dir, warum sie die neue Handykamera unter den Surroundsetups ist und wie viel Wumms sie hat.

Im heutigen Video

Sonos Sub (3. Generation)

Sonos Sub (3. Generation)

Der Subwoofer macht, was ein Subwoofer halt so macht.

Sonos One SL

Sonos One SL

Sonos One ohne eingebaute Mikrofone

Sonos Play:1

Sonos Play:1

Der ältere Bruder der One

Einrichtung

Die Einrichtung war etwas hakelig, weil sie angezeigt hat, dass irgendwas nicht funktionierte und ich dann mehrfach den Stecker gezogen und den Kopplungsversuch neu angestoßen habe. Dabei war sie gekoppelt aber nicht konfiguriert. Außerdem wollte sie über das Kabel von der Beam nicht mit Ton versorgt werden. Möglicherweise war das nur ein HDMI-Schluckauf, mit dem beiliegenden Kabel funktionierte es dann. Aber am Ende des Tages nichts wildes.

Ein Hinweis: die wird bei den Meisten über HDMI Arc verbunden. Je nach Fernseher ist das kein Plug and Play. Vielleicht playt es nach dem pluggen, aber du solltest in jedem Fall noch die Settings deines Fernsehers konsultieren, was der über ARC zurückgibt.

Standardmäßig stand meiner auf Stereo. Dann hat die Arc versucht dreidimensionalität aus dem Stereosignal zu rechnen, aber das war eher nichts. Ich habe das jetzt auf bypass gestellt, d.h. die Arc bekommt das rohe Signal durchgereicht und muss dann herausfinden, was sie damit anstellt.

Ich hatte damals bei der Beam mehr Schritte bei der kopplung, ich weiß aber nicht, ob es daran lag, dass ich die noch optisch mit meinem uralten Fernseher verbunden hatte.

Anschluss

Jetzt wird es kompliziert und zwar mehr als es sein müsste, weil irgendein Marketing-Genie bei Sonos entschieden hat, dass es eine gute Idee ist, die Soundbar zu nennen, wie den Standard, mit dem sie angeschlossen wird. Die Sonos Arc wird per HDMI-Arc angeschlossen. Das zweite ARC steht dabei für Audio Return Channel, das Gerät bekommt Audio vom Fernseher zurück.

Arc ist teil von HDMI 1.4 – das wurde 2009 verabschiedet.

Wie das bei HDMI ist: nichts ist logisch, klar oder nachvollziehbar. Es gibt jetzt eARC: Den Enhanced Audio Return Channel. Der hat mehr Bandbreite für abgefahrenere Audioformate. Das ist Teil von HDMI 2.1 aus dem jahr 2017 und aktuell noch wenig verbreitet. Mit eARC bekommst du Dolby Atmos problemlos durch die Leitung. Aber einige Fernseher können Atmos durch eine herkömmliche ARC-Verbindung pressen. Ich weiß nicht, ob da Kompression im Spiel ist oder die früher mehr Geschwindigkeit auf den ARC-Pin-Connector gelötet haben. Was weiß ich, wie das funktioniert.

Die Sonos Arc ist jedenfalls das erste Gerät von Sonos, das Dolby Atmos unterstützt. Darum die Umstellung auf das neue Betriebssystem, das walzen wir hier heute aber nicht aus.

Wenn du Atmos willst, muss dein Fernseher das unterstützen. Ob er eArc hat oder nicht.

Wenn du die Sonos Arc mit dem optischen Kabel anschließt, bebkommst du kein Atmos und nicht alle Surround-Standards darunter. Sieh das eher als Notnagel.

Du kannst in der App nachschauen, was für ein Signal dein System gerade bekommt. Das ist ein bisschen Träge, aber es ist auf jedenfall ein hilfreiches Indiz.

Dolby Atmos

Was ist Atmos? Das ist ein neuer Soundstandard der dich in eine Halbkugel aus virtuellen Lautsprechern hüllt und der Ton dann von überall kommen kann und zwar auch von oben. Ein Helikopter fliegt nicht nur von hinten nach vorne; sondern über dir von hinten nach vorne.

Das will die Arc mit ihren 11 Treibern und viel cleverem rumgeschieße der Schallwellen – und von Gegenschallwellen, die die dann an bestimmten Punkten wieder löschen – hinbekommen.

Ich muss sagen: Es funktioniert gut – wenn du nicht zu weit vom Fernseher weg sitzt. Meine Netzhaut ist 4,61m vom Bildschirm weg und da hatte die Arc schon arge Probleme das allein hinzubekommen. Aber bei 2,84m war alles gut.

Du kannst weiterhin zwei Boxen für hinten koppeln, die nehmen der Arc dann die Surroundkanäle ab und die Treiber, die das sonst gemacht hätten, pumpen dann mehr bass aus der soundbar.

Leider habe ich beim aktuell aufgebauten Fernseher gemerkt, dass er kein Atmos unterstützt. Ich habe dann einen kleineren Philips-OLED aufgebaut, der Atmos unterstützt. Der hat zwar eine Soundbar eingebaut, was das Setup etwas merkwürdig machte, aber es geht heute um Ton, nicht um Optik. Danke an Philips fürs überschütten mit Testgeräten.

Ich habe den angeschlossen und Dolby Atmos ist ein deutlicher Sprung. Aber der Sprung von der Beam zur Arc war für mich deutlich größer als von der Arc mit Dolby Digital zu Dolby Atmos.

Außerdem ist die Auswahl an Inhalten noch überschaubar. Klar, aktuelle Blockbuster kommen mit Atmos und einige Netflix-Produktionen ebenfalls. Aber wenn ich schaue, was ich schauen will und nicht, was Dolby Atmos hat, gibt es aktuell wenig überschneidungen.

Was ich sagen will: Du musst nicht deinen Fernseher in die Tonne treten, wenn er kein Atmos hat. Betrachte die Funktion der Arc mehr als Ausbaureserve, wenn du den Fernseher erneuerst und es mehr passende Inhalte gibt.

Klang

Kommen wir zum wichtigsten Teil einer Lautsprechersammlung im Leistenformat: Wie klingt die Arc? Ich bin nicht audiophil und ich habe durchaus schon Filme mit den Onboard-Lautsprechern von Fernsehern überlebt.

Für mich war die Frage: bringt der Wechsel von der Beam auf eine Arc mehr als eine bessere Stereoseparation? Höre ich einen Unterschied?

Die Antwort ist so glasklar wie die Mitten und Höhen der Arc. Es klingt deutlich besser und es füllt unser Wohnzimmer viel besser.

Als ich bei der Beam sagte: dass sie minimal unter meinem Anspruch liegt, ich sie aber behalte, weil alles so komfortabel ist, war das die Wahrheit. Die Arc liegt auf jedenfall deutlich über meinem ANspruch und ist genauso komfortabel.

Die hat viel mehr Druck und klingt dabei gleichzeitig klarer. Sie schafft es allein einen räumlichen klang zu erzeugen und zusammen mit meinen Surroundlautsprechern habe ich erstmals das Gefühl, dass das hier akustisch in eine Heimkinorichtung geht und nicht ein besseres Fernseherlebnis ist.

Ich frage mich, wie viel besser das mit dem Sub wird. Ihr habt beim Test der Beam geschrieben, dass ihr den Vergleich wollt. Ich werde mir jetzt einen Sub besorgen, habe aber Angst, dass ich den dann hinterher behalten will.

Die Stereoseparation ist deutlich besser als bei der Beam: beim kalibrieren habe ich das direkt gemerkt: Die Testpunkte fliegen weiter um mich herum. Das Akustik-Trapez, in dem ich sitze, ist jetzt vorne deutlich breiter.

Die Soundbar ist fast doppelt so lang wie die Beam und klingt noch mehr breiter als sie ist, als das bei der Beam der Fall ist. Kann jemand diesem Satz folgen?

Ich hätte nicht gedacht, dass ich so begeistert sein würde von dem Upgrade. In Räumen, die über 20qm sind, solltest du ernsthaft die Arc in betracht ziehen, auch wenn sie mehr als das doppelte einer Beam kostet.

Ein Faktor gegenüber meiner alten 5.1-Anlage ist Trueplay. Auch wenn das nichts Neues bei der Arc ist, aber ich hatte vorher eine kompliziertere Anlage aus Einzellautsprechern und die musste komplizierter kalibriert werden. Am Ende ist ein System nur so gut wie seine Kalibrierung. Sonst ist der Surround-Sound dahin und du kannst den Ton besser aus einem guten Stereopaar hören. Aber da sage ich gleich beim Fazit noch was zu. Ich will an dieser Stelle aber nicht unterschlagen, dass Sonos Trueplay aktuell mit iPhones funktioniert.

Sie hat die Gleichen beiden Funktionen wie die Beam: Sprachverdeutlichungmodus, bei dem sie versucht den Center-Channel und Sprach-Frequenzen mehr zu betonen.

Sowie den Nachtmodus, wo Geflüster und Explosionen in der Lautstärke dichter zusammengerückt werden.

Software

Vor ein paar Tagen kam das Update auf Sonos S2, das neue Betriebssystem für alle aktuellen Sonos-Lautsprecher zusammen mit einer neuen App.

Viel hat sich nicht getan, es gibt aktuell nur ein weiteres Feature: dass du deine Sonos-Boxen jetzt in dauerhaften Gruppen festhalten kannst. Zum Beispiel nach Etagen im Haus.

Ich bin gespannt, was da noch kommt. Der Hauptgrund war aber mehr Datendurchsatz für Formate wie Dolby Atmos zu ermöglichen.

Die App ist einfacher geworden und alles fühlt sich leichter an und nicht mehr nach 1000 Ebenen und verschachtelten Sackgassen.

Darüber hinaus gibt es keine Überraschungen und es ist wie bei anderen aktuellen Sonos-Geräten: Apple Airplay 2 ist an Bord und die Raummikrofone ermöglichen die Nutzung von Alexa oder dem Google Assistant, können aber stumm geschaltet werden und dann ist die Stromversorgung zum Mikrofon gekappt.

Wenn die Soundbar über HDMI-Arc angeschlossen ist und dein Fernseher das unterstützt, kannst du mit den Assitenten auch deinen Fernseher steuern. Wenn das eine Sache ist, die du machen möchtest.

Äußerlichkeiten

Ich finde die Soundbar in Person schicker als in dem Vorstellunsgvideo. Im Vergleich zur alten Playbar, die sie ablöst und zur Beam nimmt sie sich optisch zuürck.

Sie ist 114cm lang und das ist schon eine Strecke. Alles unter einem 55"-Fernseher sieht es komisch aus, weil dann die Soundbar länger ist, als der Fernseher breit. Vielleicht bist du ein moderner Mensch und dir ist eine Umkehr des klassischen Rollenmodells egal. Es kann aber sein, dass sie dort wo die Beam bequem zwischen die Füße deines Fernsehers passt, keinen Platz finden wird. Wie gesagt: 1,14m sind was!

Es gibt die üblichen Touchcontrols zum lauter und leiser schalten, abspielen und pausieren und die Swipe-Gesten sind an Bord – was mir egal ist, da ich das alles deaktiviere. Die Soundbar liegt in der Arbeitshöhe meiner Tochter und ich kann auf die Überraschung, dass alles voll aufgedreht wurde, während ich auf dem klo war, verzichten.

Außerdem hat die Arc noch einen Infrarot-Repeater, falls sie vor dem Empfänger deines Fernsehers liegt, sendet sie hinten die Signale raus, die vorne ankommen

Fazit

Ich hätte nicht gedacht, dass ich die Arc so sehr mögen würde, wie ich es tue.

Soundbars sind ja wie Handykameras. Wenn du es richtig gut machen willst, brauchst du was anderes, komplizierteres. Aber es reicht für die ungewaschenen Massen.

Klar kann eine größere Optik zum Beispiel im Halbdunkel bessere Fotos machen und natürlich klingt eine Atmos-Heimkino-Anlage aus 49 Einzellautsprechern potentiell besser. Für die 900€, die die Arc kostet, kannst du einige davon kaufen.

Aber am Ende ist es auf jeden Fall komplizierter und du musst dich mehr mit der thematik auseinander setzen um dann ein wirklich besseres Ergebnis zu erzielen.

Du bekommst akustisch vergleichbare Soundbars wahrscheinlich auch günstiger. Aber als jemand, der Sonos im ganzen Haus hat, möchte ich die Musik durchgängig in allen Räumen hören oder den Fernsehton mit aufs Klo nehmen. Mit der Arc habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass das Surround-Setup aus dieser Soundbar einem Selbstgebauten in einigen Punkten überlegen ist.

Sicher im Punkto Installationsaufwand und in der Komplexität es zu betreiben. Ich habe gemerkt, dass ich zwar keinen guten Sound beim fernsehen brauche, ihn aber doch schätze, wenn ich ihn mit Leichtigkeit haben kann. Ich würde aber auf keinen Fall dafür Deckenlautsprecher einbauen und Kabel durch mein Wohnzimmer ziehen.

Der Klang von der Soundbar ist beeindruckend, aber mit den Surround-Speakern wird es gerade bei größerer Entfernung deutlich besser. Ich fürchte, mit dem Sub noch mehr. Abonniere gern den Feed, wenn du das Video zum Sub mit Arc und Beam nicht verpassen willst.

Der Name ist allerdings immer noch dumm.

Ich befürchte, dass ich in den sauren Apfel beißen werde und mein privates Setup aufrüste, sobald Sonos das Testgerät zurück haben will. Ich habe jetzt vom süßen nektar des guten Klangs gekostet und das Gefühl, dass die Soundbar mit dem Atmos-Support für die nächsten Jahre gut gerüstet ist. Einige werden den mangelnden dts-Support bemängeln, aber ich so tief will ich nicht in die Welt der Filmakustik abtauchen um zu beurteilen, ob ich das brauche. Außerdem kommt das ja vielleicht in einem Update. Ich will jetzt einfach meine neue bessere Handykamera benutzen.